Schüler
und Geflüchtete betrachten den Begriff „Heimat“
Eine
Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Hürther
Albert-Schweitzer-Gymnasium stellte sich gemeinsam mit ihrem
Geschichtslehrer Konstantin Preppner die Frage, was Heimat für sie
ausmacht. Geflüchtete setzten sich in ihren Deutschkursen ebenso
damit auseinander und es wurde gemeinsam eine Projektidee entwickelt,
die sich – nachhaltig – mit den Themen „gegen Rassismus und
Gewalt, aber für Toleranz und Integration“ beschäftigen will.
Zunächst wurden Zitate, Fragen, Wünsche aus den ersten Gesprächen über Heimat festgehalten und auf der Abschlussveranstaltung präsentiert. Die Zusammenarbeit soll aber über den Jahreswechsel hinaus fortgesetzt werden. Beide Gruppen wollen sich dann auch treffen und gemeinsam über Heimat diskutieren. Geplant ist eine Ausstellung der Ergebnisse.
Die
neue Heimat Hürth: Fotografieren für einen Fotokalender
12
Geflüchtete haben zum Teil auf kleinen Ausflügen ihre neue
Heimatstadt Hürth (besser) kennengelernt und ihre Lieblingsorte aus
den unterschiedlichsten Perspektiven fotografiert. Es entstanden 12
berührende Fotos, die in einem Wandkalender für das Jahr 2020 im
Format DIN A3 zusammengestellt wurden. Jedes Foto darin ist vom
Fotografierenden kommentiert: Die Geflüchteten drücken dabei ihre
Emotionen, Erinnerungen, prägende Eindrücke, Hoffnungen und Wünsche
aus.
Erfahrungen über Begegnungen, Freundschaften, Erinnerungen an die alte Heimat, Zukunftsträume, Gemeinschaftserleben, vertraute Gerüche, neue Erfahrungen etc. prägen den Inhalt dieses außergewöhnlichen Kalenders.
Eine
kleine
Gruppe von Teilnehmern aus unseren Deutschkursen befragte zusammen
mit Radio Erft Bürger im Hürth Park: „Ich bin noch neu in Hürth
und NRW. Was muss ich gesehen haben? Wo kann ich was erleben?“
Die
Gruppe traf sich mit Reporter Markus Cremer im Hürth Park. Alle
waren ein wenig aufgeregt, was sich aufgrund des lockeren und
einfühlsamen Auftretens von Markus Cremer und auch der freundlichen
Grundhaltung der befragten Bürger schnell legte. So entstand in den
Gesprächen ein guter Austausch zwischen den Befragten und den
Teilnehmern:
Abdulhakeem
(28
Jahre, aus Syrien, Studium arabischer
Literaturwissenschaften, seit 2015 in Deutschland) und
Arjumand
(29 Jahre, aus Tadschikistan, im Heimatland Journalist, seit 2016 in
Deutschland) –interessieren sich beide sehr für Kunst und Kultur.
Sie erhielten entsprechende Tipps wie Museumsbesuche und Hinweise auf
die vielfältige Theaterszene.
Surreya
(40
Jahre, aus Afghanistan, BWL-Studium und Personalmanagerin im
Heimatland, seit 2017 mit ihren Kindern in Deutschland).
Sie
bekam für ihre Kinder Tipps wie das Tippolino in Kerpen, die Kölner
Lichter und den Kölner Zoo. (Die Familie hat das Tippolino gleich am
darauffolgenden Wochenende besucht.)
Moussa
(20
Jahre, aus Guinea, macht gerade am Berufskolleg des Erzbistums Köln
seinen Hauptschulabschluss, seit 2017 in Deutschland)zeigte
sich in jedem Gespräch sofort fußballbegeistert. Er würde gern in
der 2. Kreisliga spielen. So bekam er viele Hinweise auf die Hürther
Fußballvereine, aber auch zum Beispiel auf Fortuna Köln.
In
jedem Gespräch wurden natürlich das Phantasialand, der Kölner Dom,
das Bowlingcenter Hürth, die Seen im Rhein-Erft-Kreis und vor allem
das Schwimmbad „de Bütt“ in Hürth empfohlen. Insgesamt hat die
Aktion allen Teilnehmern viel Spaß gemacht und die Erfahrung im
Austausch mit Hürther Bürgern empfanden sie als ausgesprochen
positiv.
Die
Interviews wurden am folgenden Tag gleich mehrfach auf Radio Erft
gesendet und die Moderatoren riefen die Zuhörer auf, noch weitere
Tipps zu melden.
Wir bedanken uns noch einmal an dieser Stelle bei Radio Erft – besonders bei Markus Cremer – für die Unterstützung bei dieser schönen Aktion. Bedanken möchten wir uns auch beim Hürth Park, der uns die Möglichkeit gegeben hat, die Befragung im Einkaufszentrum durchzuführen.
Geflüchtete
malen mit dem Kölner Künstler Romain Burgy
Am
5. Oktober 2019 traf sich eine Gruppe von geflüchteten Kindern und
Erwachsenen im Saal des Familienzentrums „Mittendrin“ zu einer
gemeinsamen Malaktion unter der Anleitung des Künstlers Romain
Burgy. Sie erstellten anschließend eine Collage aus den gemalten
„kleinen Kunstwerken“.
„Kunst ist grundsätzlich wichtig als eine Ausdrucksmöglichkeit für Menschen und auch besonders für Kinder, an der sie mit der richtigen Förderung wachsen können. Gerade für Menschen, die sich verbal nicht so gut ausdrücken können, kann ein Bild viel direkter sein und enthält nicht selten versteckte Botschaften. Über das Malen können Kenntnisse über die eigene Kultur vermittelt und auch selbst erfahren werden. Es werden Lebenszusammenhänge und Lebensformen deutlich, manchmal auch Vorurteile und Ängste. Spannungen können beim Malen erfahren und ausgehalten werden.
Im Kurs zum Thema Heimat konnte ich die Teilnehmer bei ihrer kreativen Malarbeit beobachten. Ich sah, wie versunken sie waren, und spürte, wie in ihrem Kopf ganz viel passierte, wie ausgeglichen und lösungsorientiert sie während ihres Schaffens waren, egal ob sie alleine oder im Team gemalt haben.
Über diesen Weg werden Neugier, Offenheit, Verständnis, Toleranz und Kreativität entwickelt. Ganz einfach: Kunst bildet.“ Romain Burgy
Geflüchtete
besuchen den Landtag NRW in Düsseldorf und treffen den
Landtagsabgeordneten Frank Rock
Geflüchtete
lernen bei der Hürther Brücke nicht nur Deutsch, sondern auch unser
Politik- und Gesellschaftssystem kennen.
Deshalb
konnte am 1. Oktober 2019 eine Gruppe mit 17 Geflüchteten aus 11
verschiedenen Ländern Politik in Nordrhein-Westfalen hautnah
erleben: Bei einem Ausflug zum Landtag NRW in Düsseldorf bestaunten
sie bei einer Führung die symbolträchtige Architektur des Gebäudes
und trafen in einer Fragestunde den Landtagsabgeordneten Frank Rock
aus Hürth. Er begrüßte die Teilnehmer mit sichtlichem Interesse
persönlich und sie konnten in ungezwungener Runde Fragen stellen,
was sie ungeachtet einiger sprachlicher Schwierigkeiten auch
engagiert interessiert taten.
Sie
brachten die sie unmittelbar betreffenden Missstände (fehlende
finanzierbare Wohnungen, unbefriedigende Abläufe bei Arbeits- und
Ausbildungsgenehmigungen usw.) ebenso zur Sprache wie allgemein
politische Themen, zum Beispiel Waffenlieferungen in Krisenländer.
Die meisten Fragen gab es aber zu regionalpolitischen Themen, der
Arbeit im Landtag und zu Herrn Rocks persönlicher Motivation und
seiner Arbeit.
Nach dieser lebhaften Fragestunde resümierte Frank Rock angetan: „Das Gespräch mit Ihnen war spannendender als alle anderen, die ich heute geführt habe.“
23.1.2020 Mit großer Dankbarkeit nahmen wir die Spende vom Lions Club Hürth entgegen. Im Rahmen eines herrlichen Salonkonzerts mit dem Duo „Schön mit Abgrund“ überreichte Heinz Fischer uns den Scheck über eine finanzielle Unterstützung unserer Arbeit. Wir haben uns sehr gefreut und es bedeutet uns viel, dass die Lions unsere Arbeit so wertschätzen.
Ohne Kooperationen mit namhaften Trägern könnten wir unser
Engagement nicht bewerkstelligen. Deshalb danken wir ganz herzlich
den folgenden Institutionen:
Für
Geldspenden an unseren gemeinnützigen Verein können Sie
selbstverständlich eine Spendenquittung erhalten. Unsere
Bankverbindung lautet:
Volksbank Rhein-Erft-Köln e.G. Frechen-Hürth e.G. IBAN: DE44 37062365 1211681019
Eine weitere Möglichkeit, uns Spenden zukommen zu lassen, ist unsere Spendenkampagne auf betterplace.org. Dort können Sie schnell und einfach spenden und bekommen zum Anfang des Folgejahres automatisch eine Spendenquittung.
Informieren
und spenden:
Laut
unserer Vereinssatzung fließen alle Mittel dem Vereinszweck zu. Als
Sachspenden sind Verbrauchsmaterialien wie Kugelschreiber,
Kopierpapier und Tonerkartuschen für unseren Drucker sehr
willkommen. Im Fall von Sachspenden, die wir verkaufen können,
bitten wir um Rücksprache.
Wir freuen uns über jeden, der sich mit
seinen Fähigkeiten und seiner Persönlichkeit in unserem Verein
einbringen möchte – vorausgesetzt er handelt damit im Sinne des
Vereins. „Gemeinsam eins sein“ lautet unser Slogan. Integration
und Toleranz leben wir und vermitteln dies auch den Menschen, die zu
uns kommen und eine „neue“ Zukunft suchen. Haben Sie Lust, bei
uns mitzuwirken?
Sprachmittler, die beim Übersetzen helfen können
Lehrer, die bei uns Deutschunterricht oder Nachhilfe geben können
Joblotsen, die Migranten bei Bewerbung und Jobsuche helfen können
Helfer bei der Alltagsbewältigung, die während unserer Sprechzeiten ansprechbar sind
Begleiter bei Amts- und Arztbesuchen, die vermitteln können, worum es geht und was zu tun ist
oder unterstützende Kraft in der Vereinsorganisation (Verwaltung, Buchhaltung etc.)
Sie sind bei uns herzlich willkommen!
Wenn Sie sich angesprochen fühlen und Interesse haben, uns und unsere Arbeit näher kennenzulernen: Schreiben Sie uns, rufen Sie uns an.