Unser „Kultur am Montag“-Klub gestaltete an einem Nachmittag in der Karwoche einen im wahrsten Sinne bunten Nachmittag. Zusammen mit ihren Kindern bemalten und färbten sechs Teilnehmerinnen aus der Ukraine, der Türkei, dem Irak, Syrien und Russland jede Menge teils ausgeblasene, teils gekochte Eier zu wahren Kunstwerken! Und es hieße nicht „Café“, wenn es dazu keinen Kaffee bzw. Saft und die leckeren frisch gebackenen Waffeln von Regina gegeben hätte.
Mit dieser Aktion ergänzten wir – zwei Wochen nach dem gemeinsamen Fastenbrechen mit unseren Muslimen – den interreligiösen Dialog mit christlichen Ritualen. Was zunächst im Kurs mit Informationen zur Osterfeier und verschiedenen Osterbräuchen begann, läutete nun mit fröhlicher Kreativität die Vorfreude auf die Festtage ein. Ludmila verabschiedete sich sehr zufrieden mit den Worten „So ein Bemalen von Ostereiern habe ich tatsächlich heute zum ersten Mal gemacht. Obwohl es diese Bräuche auch in meiner Heimat Russland gibt. Es war richtig schön.“
Beim diesjährigen Albert-Schweitzer-Tag des ASG für Demokratie und ein verantwortliches Miteinander haben wir am 18. März 2026 gerne ein Projekt mitgeleitet.
Unsere Gruppe aus 19 Schülern und Schülerinnen der Mittelstufe des ASG begab sich mit einer Lehrerin und den beiden Vertreterinnen des Bündnisses „Wir sind Hürther“ und der „Hürther Brücke der Kulturen“ zu Fuß vom ASG bis nach Efferen auf die Spuren einiger unter Hitler deportierter und ermordeter Mitmenschen. Wo diese einmal gewohnt haben und von dort verschleppt wurden, davon zeugen in Hürth 32 in den Asphalt eingelassene Stolpersteine aus Messing. „Vergessen ist nur, dessen Name vergessen ist“, heißt es im Talmud.
Wir waren vorbereitet: Acht Jungen und Mädchen wienerten im Wechsel mit Scheuermittel, bis sie die vier Stolpersteine der Familie Heidt in der Severinusstraße 32 vom dunklen Schmutz der Straße befreit und zu frischem Glanz gebracht hatten. Die eingravierten und nun gut lesbaren Daten gingen allen sehr nahe, waren doch die Kinder der ermordeten jüdischen Familie in etwa so alt wie die meisten von ihnen. Dass jeder Hürther Bürger eine Putz-Patenschaft über ausgewählte Stolpersteine übernehmen kann, wollten einige als Anregung mit in ihre Familie oder in ihre Schule nehmen. An einem weiteren Stolperstein in Efferen für den KPD-Angehörigen Wilhelm Stahl erfuhren die Schüler und Schülerinnen, dass es im totalitären Staat alle traf (so wie es auch heutzutage alle treffen könnte), die eine eigene Meinung und Mitgefühl haben und es wagen sich gegen eine Gewaltherrschaft zu erheben. Lassen wir es also niemals wieder so weit kommen!
Nach einer Picknickpause im Park und insgesamt vier intensiv „erstolperten“ Kilometern wurden wir im kleinen Kino der Hürther „Lichtspielfreunde“ in der Ritterstraße mit Limo und Popcorn (gegen eine Spende) erwartet. Der Film „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ war sehr authentisch und fesselnd. Bei der Frage am Schluss „Wie aber konnte Hitler denn ein rosa Stofftier stehlen?!“ waren sich alle einig, dass es aus Kindersicht der Abschied von allem war, nämlich von Schmusetieren, geliebten Familienmitgliedern, der Heimat, der Würde und der Sicherheit.
Dieses Jahr starteten die muslimische und die christliche Glaubensgemeinschaft zum gleichen Termin in die Fastenzeit. Ein Grund mehr, dem interreligiösen Dialog besonderen Raum zu geben.
Das schon traditionelle gemeinsame Fastenbrechen, genannt IFTAR, am 11.3.26 in unseren Räumen war wieder gut besucht, gesellig und einmal mehr ein Genuss an dem von den Teilnehmern vielfältig bestückten Buffet.
Dieses Mal gab es in Anschluss ans Essen einen informativen Programmteil zu Fastenzielen und -gebrächen im Ramadan, den unser Vorstandsmitglied Mustafa aus dem Irak – ergänzt um Informationen zweier weiterer muslimischer Vorstandsmitglieder aus Afghanistan und Syrien – vorbereitet hatte. Er stieß damit einen bereichernden Austausch unter den anwesenden Muslimen, Christen und Jesiden aus verschiedenen Herkunftsländern und mit verschiedener religiöser Prägung an.
Der Lions Club Hürth lud am Freitag den 23. Januar ins Familienbüro „Mittendrin“ zur Übergabe der in 2025 gesammelten Spenden an Hürther Vereine und soziale Initiativen ein. Für die Hürther Brücke nahmen unsere beiden Vorsitzenden Anke Voerkel und Michaela Mönnig eine Spende von 3.000 € für Deutschkurse und anderweitige Unterstützungen von Migrantinnen und Migranten entgegen. Wir bedanken uns sehr für die großzügige Zuwendung, die uns dabei hilft, unsere Arbeit zur Unterstützung von Hürther Migrant*innen auch in 2026 in vollem Umfang weiterzuführen.
„Wie helft ihr den Geflüchteten?“ und „Aus welchen Ländern kommen die denn?“ waren nur einige der Fragen, die uns Schüler und Schülerinnen einer altersgemischten Projektgruppe aus der „Gemeinschaftsgrundschule im Zentrum“ am 26. Januar bei einem Besuch in unserem Büro stellte. Sie brachten uns ein schönes selbstgemaltes Plakat mit, das mit Flaggen und in den jeweiligen Sprachen Migrant*innen willkommen heißt. Da waren sie bei uns genau richtig – schließlich ist die Hürther Brücke für eine Gruppe namens „Wir um die Welt AG“ der kürzeste Weg für eine Weltreise …
Am 27. Januar 2026, dem Gedenktag an die Befreiung des Lagers Ausschwitz, sollten die uns seit einigen Jahren anvertrauten Stolpersteine für die Familie Levy in Hürth-Kendenich wieder glänzen und die Blicke auf sich ziehen. Deshalb zogen wir am Vortag mit einem multikulturellen Grüppchen aus unserem Kultur- und Gesellschaftskurs los um die sechs Stolpersteine mit Metallscheuermittel und Poliertüchern vom Schmutz der Straße zu befreien und wieder allgemein sichtbar zu machen. Diese Gemeinschaftsaktion machte auch für die an der Putzaktion beteiligten Geflüchteten unsere deutsche Erinnerungskultur an ein großes Unrecht sicht- und fühlbar. Darüber und über Bezüge zum aktuellen Geschehen in der Welt haben wir uns anschließend noch länger unterhalten. Die Fotos zeigen, wie stolz die Teilnehmerinnen waren bei der Aktion mitzumachen.
und sind noch immer kein bisschen leise, wenn es um die Belange und die Integration von Geflüchteten in die Hürther Gesellschaft geht!
Dies lobte auch unser Schirmherr Bürgermeister Dirk Breuer in seiner Ansprache anlässlich unseres Jubiläums auf unserem Sommerfest Anfang Juli auf dem Otto-Räcke-Platz. Der Erste Stellvertretende Landrat Bernhard Ripp betonte den besonderen Stellenwert unserer ehrenamtlichen Arbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Hürth und im Rhein-Erft-Kreis.
Wir freuen uns sehr, dass wir zusammen mit unseren Ehrenamtlichen und mit unseren Klienten aus den Beratungen und Deutschkursen zusammen ein so wunderbares und auch geschmacklich vielfältiges Fest auf die Beine stellen konnten. Die Mitmachaktion „Steine bemalen“ fand vor allem bei den Kindern großen Anklang. Ein herzlicher Dank an alle Mitwirkenden!
Es war berührend auf dem Fest auch viele unserer Klienten aus den Anfangsjahren wiederzusehen und zu erfahren, wie weit ihre private und berufliche Integration in Deutschland inzwischen gelungen ist. Erfreulicherweise waren auch zahlreiche unserer Netzwerks- und Kooperationspartner unserer Einladung gefolgt, was uns Gelegenheit zum zwanglosen Austausch bot.
Am 21. März hießen wir einer kleinen Tradition folgend Muslime und Nicht-Muslime zum gemeinsamen Fastenbrechen in unseren Räumen willkommen. Es war wieder ein herrliches multikulturelles Buffet entstanden, das am Freitagabend um genau – aber da wurde man sich zwischen den Türken und den Syrern nicht hundertprozentig einig – also individuell zwischen 18.54 und 18.58 Uhr eröffnet wurde.
Das gemeinsame Mahl bot rund 40 Personen, einige wenige mit Kindern, die Gelegenheit sich auszutauschen. Wir erfuhren viele sehr erfreuliche Entwicklungen unserer Klienten, beispielsweise wenn Ausbildungen gut liefen, Prüfungen geschafft waren oder Menschen zielstrebig – und sei es im zweiten Anlauf – ihren privaten und beruflichen Weg verfolgten. Zwei Jugendliche überraschten uns mit ihren ausgeprägten künstlerischen Fähigkeiten und Ambitionen und es entstand zwischen Teilnehmern der ein oder andere Kontakt zur gegenseitigen Hilfe und zum Austausch von Erfahrungen.
Selbstredend haben am Schluss alle mitangepackt beim Aufräumen und Saubermachen. Keine Frage also, dass wir der Tradition des Iftar in der Brücke im nächsten Jahr treu bleiben!